Was du über Pfeilspitzen wissen solltest!

Die Pfeilspitzen sind so alt wie der Pfeil und Bogen selbst. Die ersten Modelle waren angespitzt und waren aus Holz oder Stein. Mit der Zeit kamen dann Metallspitzen auf, und damit wurde die Pfeilspitze auch schwerer. Es gab viele unterschiedliche Formen und Ausführungen, und das würde den Rahmen sprengen, das alles hier aufzuführen. Viel wichtiger ist es zu wissen, welche Pfeilspitze ich für welche Sportart oder Jagd benötige. In diesem Ratgeber zeige ich dir die Typen von Pfeilspitzen und warum die Grammzahl bei der Auswahl der Pfeilspitze wichtig ist. Des Weiteren gibt es Tipps und Tricks, und zum Schluss folgt ein FAQ.

Was sind Pfeilspitzen?

Pfeilspitzen sind das vorderste Stück eines Pfeiles. Ohne die Pfeilspitze kann der Pfeil keinen Gegenstand durchstoßen und würde einfach abprallen, was auch bei stumpfen Pfeilspitzen häufig vorkommt. Die Spitzen können kegelförmig, spitz oder sogar Drahtschlaufen enthalten.

Es gibt im Handel einige Modelle und auch aus unterschiedlichen Materialien mit unterschiedlichen Gewichten. Daher habe ich unter Spinewertrechner ein Tool eingefügt, bei dem du sehen kannst, ob du mit dem Gewicht der Pfeilspitze richtig liegst, oder eventuell die Pfeilspitze noch austauschen musst.

Als Einsteiger beim Bogensport muss man erst die richtige Schusstechnik finden, um anschließend ins Feintuning zu gehen. Daher ist die Wahl der richtigen Pfeilspitze eher etwas für Amateure und Profis, die Feintuning betreiben.

Welche Pfeilspitzen Arten gibt es?

In der Regel ist es so, dass die meisten Bogenschützen im Verein schießen, und daher sind Scheiben- und Feldspitzen am geläufigsten. Während die Scheibenspitze kurz und leicht ist, ist die Feldspitze länger und auch schwerer. Die Feldspitze lässt sich auch in den Pfeilschaft verschrauben und ist damit auch austauschbar. Die Scheibenspitze ist eher für dünne Schäfte geeignet, und es gibt die Möglichkeit, Gewichte anzubringen. Das ist meistens nötig, um gegebenenfalls das Pfeilgewicht zu erhöhen.

Mit der Feldspitze lässt sich neben der Zielscheibe auch auf 3D-Ziele schießen. Diese Ziele sind meist nachgebaute Tiere in ihrer natürlichen Form, die auf einem Freiluftschießstand aufgebaut werden.

Daneben gibt es noch die Jagdspitze für den Pfeil und spezielle Pfeilspitzen, um z.B. auf Bäume oder Baumstümpfe zu schießen. Die Jagdspitzen nennt man auch Broadhead und bestehen aus rasiermesserscharfen Klingen. Daneben gibt es für den Pfeil eine Jagdspritze, die auch Blunt-Spitze genannt wird. Diese ist sehr stumpf, weil man damit  Kleinwild jagt. Das Wild, meistens Hasen oder Wildkaninchen werden durch den Aufprallschock getötet. Das Gewebe bleibt dabei aber unzerstört.

Fisch- oder Harpunenspitzen sind meist mit einem Widerhaken versehen, damit das Tier nicht wieder entweichen kann. Auch gibt es Vogelspitzen für die Vogeljagd. Hierzu werden Drahtschlaufen im 90 Grad Abstand angebracht.

💡Anmerkung: Die Aufbewahrung von Jagdspitzen ist erlaubt, aber die Bogenjagd ist in Deutschland und Österreich verboten!

Auch gibt es Pfeilspitzen-Arten, die im Mittelalter verwendet wurden. Sie bestanden aus einer Art Korbform oder waren spitz für die mittelalterliche Kriegsführung.

Im folgenden zeige ich die verschiedenen Pfeilspitzen und zu welcher Kategorie sie gehören:

Dieses Bild zeigt die verschiedenen Scheibenspitzen.
Scheibenspitzen für den Bogensport.

Dieses Bild zeigt die unterschiedlichen Jagdspitzen.
Jagdspitzen für die Bogenjagd.

Hier werden mittelalterliche Pfeilspitzen gezeigt.
Pfeilspitzen des Mittelalters

Welche Pfeilspitzen Arten kommen für mich in Frage?

Im Grunde kommen alle Scheiben- und Feldspitzenarten in Frage. Ich muss nur darauf achten, ob ich einen Holz-, Fiberglas- oder Carbonschaft habe. Dieses wird mir meistens per Auswahl abgenommen, oder es steht dabei.
Weiterhin könnte mir der Spinewertrechner weiterhelfen, den passenden Pfeil zusammenzustellen. Dieser ist kostenlos und einfach zu bedienen. Der Grund ist, mit einer anderen Pfeilspitze verändere ich den Pfeilflug und benötige gegebenenfalls einen anderen Bogen bzw. muss die Zugstärke dementsprechend anpassen.

Ich komme aber um das Testen nicht herum. Es ist vorab schwer zu sagen, welche Pfeilspitzenart zu mir passt. Die Kosten allerdings sind überschaubar, und reichen von 30 Cent bis hoch zu 20 Euro, weil diverse Pfeilspitzenarten mit Sollbruchstellen ausgestattet sind, um ein angepasstes Gewicht hinzubekommen. Daher fällt es finanziell nicht ins Gewicht, auch mal etwas auszuprobieren.

Für mehr Informationen habe ich dieses gute Video vom Bogenbloger  gefunden. Dort wird alles nochmal erklärt und detailgenau beschrieben:

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Was ist die Aufgabe einer Pfeilspitze im Bogen- oder Jagdsport?

Die wichtigste Aufgabe einer Pfeilspitze ist es, die Bahn zu halten, die Zielscheibe zu treffen und auch darin stecken zu bleiben. Nach Möglichkeit soll die Bahn ballistisch sein, das heißt, die Flugbahn verläuft rund und nicht gerade, sonst würde der Pfeil nicht mal die Zielscheibe treffen. Eine zu schwere Pfeilspitze muss dabei nicht hilfreich sein, weil sie die Flugbahn verlässt und das Ziel nicht treffen wird.
Bei der Jagdspitze ist das Penetrationsvermögen (auch Eindringtiefe genannt) sehr wichtig. Der Pfeil muss das Opfer, z.B. das Wild, weit genug durchdringen, damit es getötet wird. Daher sind die Spitzen auch anders aufgebaut und so konstruiert, dass sie tief eindringen und möglichst viel Gewebe zerstören.
Auch auf dem 3D-Gelände ist es wichtig, dass ich weiter eindringen kann als auf eine Zielscheibe. Hierzu gibt es spezielle 3D-Spitzen, die besser in die 3D-Modelle auf dem Freiluftgelände eintreffen. Sie dringen besser ein, als die z.B. die sehr einfachen Einsteckspitzen. Bei diesen Pfeilspitzen habe ich es öfters bemerkt, dass sie auch leichter mal abprallen.

Wie werden die Pfeilspitzen befestigt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Pfeilspitze zu befestigen. Zum einen kann ich sie in den Schaft verschrauben. Die Pfeilspitze hat ein Gewinde, um es in den Schaft zu verschrauben. Das nennt sich Schraubspitze und sieht dann so aus:

Dieses Bild zeigt ein Schraubspitzen zum Einschrauben in den Pfeilschaft.
Diese Bild zeigt die Schraubenspitze

Die Klebespitze wird, wie der Name schon sagt, aufgeklebt. Hier gilt es aber zu beachten, die richtige Menge zu finden und zu viel Kleber ist nicht unbedingt besser. Die Spitzen sehen dann so aus:

Diese Bild zeigt einen Scheibenpfeil mit einer Klebespitze.
Klebespitze zum Aufkleben auf den Pfeilschaft

Der Kleber wird nach ca. 60 Sekunden hart und sollte in die dafür vorgesehen Kleberillen verteilt sein. Welcher Kleber verwendet werden soll, steht meistens in der Beschreibung.

Welches Gewicht haben die Pfeilspitzen?

Für die Zielscheibe werden meist leichte Pfeilspitzen genommen. Das liegt daran, dass die Eindringtiefe nicht entscheidend ist, und ich auch mit Bögen schießen kann, die über ein geringes Zuggewicht verfügen. Daher würden 70 – 125 Grain vollkommen ausreichen. 1 Grain sind 0,065 Gramm. Ich habe jetzt nicht alle Nachkommastellen genommen. Man sieht, das ist sehr wenig. Bei 125 Grain beträgt das 8,1 Gramm. Das spürt man kaum, wenn man es hält.

Auf dem Feld beim 3D-Bogenschießen können es auch etwas mehr sein. So kann ich zwischen 125 und 175 Grain wählen.

Bei den Jagdpfeilen bin ich mir nicht sicher, auch weil mich das Thema nicht anspricht. Daher lasse ich es hier außen vor.

Bitte auch auf die FAQ schauen, was schwere Pfeile bedeuten können.

Fazit

Fazit zu Pfeilspitzen?

Es gibt viele unterschiedliche Formen bei den Pfeilspitzen. Zu Anfang sind die Techniken aber wesentlich wichtiger, als sich mit der Form und dem Gewicht der Pfeilspitzen zu beschäftigen. So einen großen Einfluss haben sie jetzt nicht, dass man total verschießt. Wenn ich aber später die Techniken verfeinern möchte, dann komme ich um das Feintuning nicht herum. Hier kommen die Pfeilspitzen wieder ins Visier, wie man so schön sagt. Hier kann ich vielleicht noch bessere Treffergebnisse herausholen.

FAQ zum Thema Pfeilspitzen

Hier habe ich einige Frage gefunden, die auftauchen können:

Wie kann ich mir Pfeilspitzen selber machen?

Das ist ein Thema für sich, aber grundsätzlich ist es möglich, Pfeilspitzen selber zu machen, wenn ich handwerklich geschickt bin. Es sei aber gesagt Pfeilspitzen aus Metall herzustellen macht keinen Sinn, da der Aufwand viel zu hoch ist und die Preise für Pfeilspitzen dafür zu günstig sind. Wer aber auf traditionelle Pfeile steht, der wird sich über dieses Video von Abenteuer NRW freuen:

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Hier findet man die Anleitung für den Bau eines Pfeiles aus einem Hirschgeweih heraus.

Was passiert, wenn ich den Pfeil insgesamt schwerer mache?

Ich bin mir sicher, dass es viele geben wird, die denken, mit einem schweren Pfeil kann ich viel weiter schießen. Mit diesem Mythos möchte ich hier aber aufräumen und erklären warum. Natürlich ist es nicht nur von der Pfeilspitze abhängig, sie ist aber eine Möglichkeit den Pfeil zu beschweren.

Wenn ich einen schweren Pfeil habe, dann brauche ich mehr Energie. Das heißt, das Zuggewicht des Bogens müsste höher sein, um eine gute Anfangsgeschwindigkeit hinzubekommen. Ein leichterer Pfeil würde trotzdem schneller den Bogen verlassen und mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter kommen.

Im Außenbereich kann es sein, dass der schwere Pfeil dem Wind mehr ausgesetzt ist, als dem leichten Pfeil. Das heißt, er kommt vom Kurs ab. Das liegt daran, dass er insgesamt langsamer ist.

Eine saubere Technik ist immer noch besser, als es zu versuchen, mit einem schweren Pfeil die Fehler auszugleichen.

Bei der Jagd ist die Eindringtiefe wichtig, während es beim Bogensport eher weniger interessant ist. Ich kenne keinen Sportschützen, der sich über die geringe Eindringtiefe geärgert hat.

Möchte ich trotzdem einen schweren Pfeil verschießen, und nehme einen Bogen mit hohem Zuggewicht, dann kann folgendes passieren:

  • Ich kann meine Technik nicht mehr beherrschen, da mir das Zuggewicht zu schaffen macht.
  • Durchaus ist es möglich, den Bogen zu beschädigen, weil der Pfeil zu schwer ist.