Recurvebogen kaufen: 5 wichtige Aspekte!

Der Recurvebogen ist der beliebteste Bogen. Sehr viele Schützen kaufen einen Recurvebogen, und das aus gutem Grund, worauf ich später noch eingehen werde. Ich selber habe auch mit einem Recurvebogen gestartet mit einem Auszugsgewicht von 30 Pfund und war begeistert. Die Handhabung und die Möglichkeit, wie ich den Bogen aufrüsten kann sind erstaunlich . Ich kann daher verstehen, dass er von Männern wie auch Frauen als Bogen bevorzugt wird. Er ist leicht, gut handhabbar und liegt gut in der Hand wegen der ergonomischen Griffstücke .

Ein Schütze schießt mit einem Recurvebogen auf einem 3D-Gelände.
Ein Schütze mit einem Recurvebogen auf dem 3D-Gelände. (Bowsim, via Wikimedia Commons)

Welche Vorteile bietet mir der Recurvebogen?

Der Recurvebogen hat einige Vorteile, die andere Bögen nicht bieten. Es sind mir 5 Aspekte aufgefallen:

Die Wurfarme

Die Wurfarme sind, wie oben zu erkennen, geschwungen. Durch die zusätzliche Krümmung berühren die Sehnen nicht nur die Enden, sondern auch die Wurfarme. Die Schussgeschwindigkeit ist dadurch höher als beim Langbogen. Ein weiterer Vorteil dieses dieses Bogentyps ist die Tatsache, dass es Modelle gibt, wo die Wurfarme sich leicht entnehmen und wieder draufsetzen lassen. Dieses Modell wird auch Take-Down- Recurvebogen genannt. Im Fachhandel gibt es Bogensets zu kaufen, wo ich zusätzliche Wurfarme und unterschiedliche Zuggewichte mit bestelle. Somit brauche ich keinen neuen Bogen kaufen, sondern schraube die neuen Wurfarme an, wie im Bild ersichtlich. Wie das funktioniert siehst du weiter unten.

Hier handelt es sich um einen Take Down Recurvebogen mit angebrachten Wurfarmen.
Ausschnitt eine Take-Down-Recurvebogen in der Nahansicht.

Der Recurvebogen mit Visier

Ein weiterer Vorteil des Recurvebogens sind die Anbaumöglichkeiten. Damit meine ich z. B. Visiere oder Pfeilauflagen. Beim Langbogen sind diese Möglichkeiten eher nicht vorhanden. Der Vorteil dabei ist, dass ich durch das Visier genauer schießen kann. Ich bekomme ein besseres Schussbild. Je näher die Pfeile beieinander sind, umso besser habe ich das Visier eingestellt. Manchmal benötigt es etwas Zeit um ein gutes Schussbild hinzubekommen.

Hierzu ein Bild als Beispiel:

DAs Bild zeigt ein Visier eines Bogens.
Ein Visier für einen Recurvebogen.

 

Viele, die die einen Recurvebogen kaufen, haben ihren Bogen mit einen Visier ausgerüstet und eingestellt. Ich konnte dabei keinen Nachteil feststellen, eher Vorteile, da das Schussbild sich um einiges verbessert hat.

Es muss kein teures Visier sein, im Gegenteil, es reichen auch Visiere um die 20 – 25 Euro vollkommen aus. Ich habe als Beispiel auch das „DSR 5 Junior“ schon vorgestellt im Artikel „Bogen Visier einstellen„. Das Modell habe ich selber getestet und gute Erfahrungen gemacht.

Die Handhabung eines Recurvebogens

Der Bogen liegt leicht in der Hand und verfügt über einen ergonomischen Griff. Beim Abschuss ist zu merken, dass sehr wenige Vibrationen auftreten. Das liegt auch daran, dass die Sehnen am Wurfarm aufliegen. Ich merke beim Abschuss keine Vibrationen. Beim Langbogen merkt man eher, dass Vibrationen auftreten, da er nicht über die geknickten Wurfarme verfügt.

Die Pfeilauflagen

Im Handel gibt es verschiedene Modelle von Pfeilauflagen. Es gibt sie in Filz, Leder oder Metall. Es ist schon vorteilhaft eine Pfeilauflage zu haben, vor allem für Anfänger. Den Pfeil auf die Hand aufzulegen ist nicht so einfach, auch weil ich ständig daran denken muss mich zu verletzen.

Die Modellvielfalt

Es gibt drei Modelle die in den Shops und Geschäften zu finden sind:

Hybridbogen

Hierbei handelt es dich um eine Mischung aus Lang- und Recurvebogen. Die Wurfarme sind nicht ganz so geschwungen wie bei der normalen Version.

Take-Down Bogen

Bei diesen Modellen können die Wurfarme getauscht werden, und diese Eigenschaft macht den Bogen vielfältiger. So kann ich als Anfänger mit 18 Pfund starten, und gehe als Fortgeschrittener hoch auf 40 Pfund. Die Wurfarme kann ich im Fachhandel extra kaufen, oder kaufe sie im Recurvebogen Set gleich mit.

Kinder- und Jugendbogen

Diese Bögen sind speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert worden, die sich im Verein engagieren wollen. Sie sind nicht so groß, aber von der Funktion her genau so gut. Ich habe mal einen Kinderbogen ausprobiert mit 12 Pfund, der fühlte sich genauso an wie ein normaler Bogen. Dieser verfügte über eine Ummantelung der Sehne, um die Fingerkuppen zu schonen.

Ist die Auszugslänge wichtig beim Kauf eines Recurvebogens?

Ja, auf jeden Fall und es ist wichtig, dass der Bogen zum Schützen passt. Ich präsentiere hier 2 Methoden, die per Messpfeil und mit einem normalen Pfeil.

Methode 1: Messpfeil

Hier stelle ich mich in die Position, als würde ich einen Pfeil abschießen wollen. Am tiefsten Punkt des Griffes messe ich die Daten vom Messpfeil ab. Wichtig dabei ist, dass der Messpfeil eingenockt ist, und ich den Pfeil ausziehe, also gespannt habe.

Methode 2: Normaler Pfeil

Im Prinzip wird genauso die Auszugslänge ermittelt wie beim Messpfeil, nur dass ich hier noch 1 3/4 Zoll hinzurechne. Mit der Zurechnung wird die Bohrung berücksichtigt am hinteren Ende des Pfeiles.

Es gibt noch eine andere Methode. Hier strecke ich die Arme an einer Wand aus und an den längsten Fingern (hier der Mittelfinger) messe ich den Abstand. Wenn ich dann den Wert habe, dann teile ich durch 2,5. Bei einer Länge von 180 cm wären es 72 cm. In Zoll, also nochmal durch 2,54 geteilt, ergibt 28,35 Zoll.

Im Grunde sollten die Ergebnisse aller drei Methoden ziemlich identisch sein. Dazu sei gesagt, dass es nur Richtwerte, und exakte Messungen so nicht möglich sind. Das braucht auch nicht, da es reicht mit ungefähren Werten den passenden Bogen zu finden.

Ermittlung der Bogenlänge

Es gibt hierzu eine Tabelle, die ich hier als Auszug beifüge:

Auszugslänge in cm Bogenlänge in Zoll Bogenlänge in cm
63-68 66 168
68-73 68 173
ab 73 70 178

So kann ich bei 72 cm Auszugslänge eine Bogenlänge von 173 cm ablesen.

Was sollte ich noch beachten beim Kauf des Recurvebogens?

Es wären da noch die Pfeile, die ich zum Bogen brauche. Die Pfeile sollten so beschaffen sein, dass sie nach dem Abschuss nicht brechen und splittern. Hier gilt es auf die Beschreibungen der Pfeile zu achten. Gut wären Pfeilauflagen und eventuell ein Visier. Beim Training hat mir das Visier sehr geholfen, um bessere Treffergebnisse zu erreichen. Als Schutz vor Verletzungen einen Armschutz und dazu den Köcher für die Pfeile. Nicht zu vergessen der 3-Finger-Handschuh oder Fingerschutz, um den Druck auf die Finger zu mindern.

Um den richtigen Pfeil zu ermitteln, macht es Sinn, den Spinewertrechner zu nutzen. Mit diesem Rechner bekommst du einen Spinewert für einen passenden Pfeil zu deinem Recurvebogen. Diese mit dem Spinewertrechner ermittelten Pfeile kaufst du anschließend im Geschäft. In der Regel passt das, und du wirst damit ins Gold treffen. Du wirst natürlich mehr brauchen als einen Pfeil. In der Regel hat jeder Bogenschütze  6 – 10 Pfeile im Köcher oder in der Tasche. Wichtig zu wissen ist, es handelt sich um den dynamischen Spinewert. Bedeutet, jeder Bogenschütze schießt anders ab, und das hat Einfluss auf die Biegung des Pfeiles und der damit verbundenen Flugrichtung.

Fazit

Fazit zum Recurvebogen kaufen

Die Vielfalt beim Recurvebogen ist groß, und es gibt unterschiedliche Modelle und Varianten zu kaufen. Im Gegensatz zum Langbogen ist dieser Bogen viel variabler und sieht auch sportlicher aus. Im Training fühlt er sich gut an, und ich kann mit diesem Bogen sehr gut schießen. Wer auf die Auszugslänge achtet, der wird seinen passenden Bogen finden.

FAQ zum Thema Recurvebogen kaufen

Hier gibt es einige Fragen, die du auch irgendwann haben wirst.

Was ist der geschichtliche Hintergrund des Bogens?

Die ersten Funde diese Typs konnten um ca. 6000 v. Chr. an der spanischen Mittelmeerküste gefunden werden. Es wurde bekannt, dass Wurfarme die gebogen waren, einen höheren Wirkungsgrad hatten als gerade Bögen. Weitere Funde gab es bei den Megalithgräbern der osteuropäischen Maikop Kultur, dann um 2400 v. Chr. bei den akkadischen Königen und bei den Assyrern um etwa 1200 v. Chr. Sie wussten schon damals um die Wirksamkeit der Waffe, um den Feinden überlegen zu sein.

Aus welchem Material besteht der Recurvebogen?

Es gibt auch Modelle aus Metall, neben dem klassischen Holz. Die Wurfarme bestehen häufig aus belegtem Fiberglas. Die Modelle aus Metall sind häufig teurer, verfügen aber durchaus über ein ansprechendes Aussehen und sind verwindungssteifer als Holz. Trotz allem ist Holz das weitaus beliebtere Material und spiegelt sich auch in den Verkäufen wider.

Welches Zuggewicht ist für Anfänger ideal für Recurvebögen?

Am Anfang reichen Zuggewichte von 20 – 30 Pfund für Männer und 15 – 20 Pfund bei Frauen. Mit der Zeit sind auch Zuggewichte von 35 Pfund und mehr möglich. Aber dazu bedarf es mehr Übung und Training.

Welche Pfeile sind für einen Recurvebogen geeignet?

Zu Anfang eignen sich z. B. Holzpfeile. Sie haben ein gutes Flugverhalten und sind preisgünstig. Der Nachteil dieser Pfeile liegt in der Anfälligkeit bei feuchter Witterung. Wer witterungsunempfindliche Pfeile möchte, der muss auf Carbonpfeile zurückgreifen. Der Nachteil dieser Pfeile liegt im Preis. Sie sind relativ teuer. Wichtig ist, dass die Pfeile der Zugstärke des Bogens angepasst sind, da es sonst zu Beschädigungen des Pfeiles oder Bogens kommen kann.

Wie teuer ist ein Recurvebogen?

Günstige Starter Sets liegen bei ca. 100 Euro. Dazu gibt es Köcher, Armschutz und Fingerschutz mit dazu. Profimodelle liegen bei 500 Euro und mehr. Jeder muss sich die Frage stellen, was er machen möchte. Wer nur auf dem vereinseigenen Schießstand schießt, für denjenigen reicht der einfache Bogen. Möchtest du aber auch später an Wettbewerben teilnehmen, dann wird ein Profibogen fällig, um mithalten zu können.

Wie stelle ich mir ein Recurvebogen Set zusammen?

Es gibt spezielle Recurvebogen Sets für Einsteiger, die ich im Fachhandel kaufen kann. Für den Anfang habe ich hier ein Recurvebogen Set Einsteiger einmal zusammengestellt:

Bogen

Für den Einsteiger ist der Take-Down-Recurvebogen „Ragim Wildcat“ ideal. Das Mittelteil besteht aus Holz, und die Wurfarme sind hier fiberglasverstärkt. Weiterhin enthalten sind eine Sehne aber keine Pfeilauflage. Der Preis liegt bei ca. 80 – 100 Euro und ist daher ein recht günstiger Einstiegspreis.

Pfeilauflage

Als Anfänger ohne Pfeilauflage zu schießen ist sehr schwer, daher empfehle ich eine Pfeilauflage dazu. Im Set kann man sie für 2,50 Euro dazu bestellen. Das macht auf jeden Fall Sinn.

Fingertab

Beim Fingertab gibt es ganz einfache Modelle für 2-3 Euro, die reichen, um damit schießen zu können. Ich selber nutze Fingerhandschuhe, da ich mit den Tabs nicht so gut klar komme, und verschieße. Wer einen Fingertab sucht, dem kann ich empfehlen die Version mit Ankerplatte zu nehmen. Bei mir und bei anderen Mitstreitern sehe ich, dass das Ankern ein Problem ist. Die „Decut Rugbii“ zum Beispiel kostet 10 Euro und hat die Ankerplatte inbegriffen. Die Ankerplatte kann ich bequem am Kinn oder Oberkieferknochen anlegen. Schießhandschuhe kosten mindestens 12 Euro, dafür spüre ich alle 3 Finger und zumindest ich verschieße nicht so leicht. Als Marke gibt es da zum Beispiel „elToro“.

Visier

Vor allem für Anfänger ist das Visier sehr wichtig, um am Anfang die Zielscheibe zu treffen. Es bedarf keinem Luxusmodell, sondern eines mit rundem Korn und einem Pin in der Mitte wie das „DSR 5 Junior“.

Armschutz

Ein Armschutz ist kein Muss, aber wenn ich mich nicht verletzen möchte, dann macht er Sinn. Er schützt den Unter- und Oberarm der Bogenhand, falls die Sehne den Arm doch treffen sollte. Das ist nicht lebensgefährlich, kann aber sehr weh tun. So ein Schutz kostest 10 Euro und muss den Ober- und Unterarm schützen, also etwas länger sein. Auf eine Marke möchte ich mich nicht festlegen. Die von „elToro“ haben eine gute Bewertung bekommen und haben einen Klettverschluss, was ich sehr praktisch finde.

Köcher

Der Köcher ist sehr praktisch und für Anfänger sinnvoll, weil ich als Recurvebogen Set Einsteiger auch Verletzungsquellen vermeiden möchte. Der kostet zwischen 10 und 15 Euro, je nachdem ob ich noch Röhren dazu haben möchte für die einzelnen Pfeile.  Die Marke „elToro“ bietet hier einen Seitenköcher mit Halteclip für den Köcher und zwei Röhren inbegriffen für 13 Euro.

Pfeile

Natürlich brauche ich Pfeile. Ich würde direkt mit Carbonpfeilen starten, da diese robust und langlebig sind. Holzpfeile und Fiberglaspfeile würde ich Anfängern ehrlich gesagt nicht empfehlen. Kosten pro Pfeil ca. ab 6 Euro. Wenn ich 6-8 Pfeile benötige, dann bin ich bei 36-48 Euro, je nachdem was ich ausgeben möchte.

Bogentasche

Es gibt sehr viele Variationen und mit den unterschiedlichsten Unterteilungen. Wichtig ist aber, dass der Bogen gut verstaut ist und das Zubehör auch seinen Platz findet. Die Bogentasche von „Aurora“ bietet genau das, und kostet 20 Euro. Diese Tasche ist vollkommen ausreichend für Take-Down-Recurvebögen und ein idealer Begleiter.

Bogenständer

Um den Bogen nicht auf den Boden oder auf den Stuhl zu legen, ist ein Bogenständer sehr praktisch. Er hält den Bogen fest, und spart Platz. Der Preis für z.B. den „Winners Archery S-AX“ liegt bei 15 Euro. Bitte nicht ganz so billige nehmen, den die können auch mal schnell kaputt gehen.

Spannschnur

Eine Spannschnur würde ich mit dazukaufen. Der Grund ist, dass ich noch wenig Erfahrung habe mit der Handhabung des Bogens. Die Spannschnur biegt die Wurfarme. so dass ich den Bogen schnell auf- und abspannen kann. Es kann in hektischen Situationen schnell passieren, dass die Wurfarme des Recurvebogens sich verbiegen können wenn ich über das Bein spanne.  Das hat zur Folge, dass die Flugrichtung bzw. der Nockpunkt nicht mehr stimmen. Schlimmstenfalls benötige ich neue Wurfarme.  Eine Bogenschlinge hingegen kann die Sehne gerade hochziehen und das verhindern. Eine simple Spannschnur kostet 5 – 10 Euro und kann in der Länge verstellt werden. Das Modell von „elToro“ kostet 7,90 Euro und macht genau das, was es soll.

Bogenschlinge und Pfeilzieher

Die Bogenschlinge ist dazu da, den Bogen am Handgelenk zu befestigen, damit dieser nicht herunterfällt. Es gibt ein Modell von „Gompy“, was sehr gut ist. Diese Schlingen werden meistens mit Karabinerhaken befestigt, damit es schneller geht. Der Preis liegt bei etwa 5 Euro.

Einen Pfeilzieher habe ich selber noch nie benutzt. Das liegt auch daran, dass ich auch Lamellenzielscheiben schieße. Da geht das Herausziehen der Pfeile ohne Probleme. Sollte es doch mal Probleme geben, dann kann ich mir die „Drake Pfeilziehhilfe“ für ca. 5 Euro kaufen.

Das Ganze zusammengerechnet komme ich auf 238,50 Euro. Wenn ich 2 Pfeil weniger nehme, dann komme ich auf 226,50 Euro. Das ist ein annehmbarer Preis und als Recurvebogen Set für Einsteiger nicht zu teuer und vollkommen ausreichend.

Wie kann ich einen Recurvebogen selber spannen?

Um ihn zu spannen gibt es zwei Möglichkeiten:

Methode 1: Über das Bein spannen

Ich stelle den Bogen mit einer Seite auf den Bogen, dort wo ich die Sehne schon eingesetzt habe. Jetzt steige ich mit einem Bein über den Bogen und nehme die hintere Hand um den Bogenarm nach unten zu drücken. Der Bogen wird kürzer und verbiegt sich. Wichtig dabei ist, die Hand flach zu halten, da ich sonst Gefahr laufe den Wurfarm zu verdrehen. Nun kann ich die Sehne einspannen und der Bogen ist gespannt.

Methode 2: Das spannen mit einer Spannschnur

Hier nehme ich eine Spannschnur die ich in jedem Fachgeschäft bekomme. Ich richte die Spannschnur auf einer Seite mittels einer Kordel ein. Auf der anderen Seite ziehe ich auch ebenfalls die Spannschnur ein. Unter der Kordel habe ich noch etwas Platz um die Sehne darunter durchzuziehen. Die Spannschnur endet hier aber etwa mittig am Wurfarm. Der Grund hier ist, dass ich den Wurfarm biegen  muss. Die eine Sehne habe ich zuvor schon eingehängt, und auf der anderen Seite ziehe ich die Sehne nun unter die Kordel durch. Als letzten Schritt stelle ich mich auf die Spannschnur, die eine Hand am Griffstück und ziehe an.  Jetzt biegt sich der Wurfarm und macht es mir möglich die Sehne einzuhängen. Wer sich mit Seilen auskennt und selber Kordeln erstellen kann, der nimmt sich eine Paracord Schnur, sofern verfügbar.


Ich füge das Video von Intuitiv Bogenschießen Coaching zum besseren Verständnis hinzu:

 

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Recurvebogen Visier einstellen

In den meisten Fällen greifen die Kunden zum Recurvebogen. Zum einen, weil ich den Bogen zerlegen und auf andere Wurfarme umstellen kann, um den Bogen dem Trainingsstand anzupassen. Der andere Grund ist, der Recurvebogen lässt sich mit allerlei Zubehör aufrüsten, auch das Visier gehört dazu. Daher muss ich beim Recurvebogen das Visier noch einstellen. Ohne die richtige Einstellung kann ich nur ungefähr einschätzen, wohin ich schießen muss, und das ist sehr mühselig. Daher nehme ich mir die Zeit, das Visier vernünftig einzustellen.

Am einfachsten ist es, die Visiereinstellungen auszuschießen. So mache ich ein paar Probeschüssen, um zu sehen, wo die Pfeile die Zielvorlage treffen oder auch nicht. Die Regel für die Visiereinstellung ist ganz simpel:

“Ich stelle das Visier so ein, wo ich hingeschossen habe.”

Heißt, wenn ich zu weit nach oben geschossen habe, dann stelle ich das Visier höher, gleiches gilt für nach unten. Schieße ich nach links, dann stelle ich das Visier weiter nach links. Der Grund ist, der Bogen geht nämlich genau entgegengesetzt. Daher ist die Regel wirklich simpel und gut umzusetzen.

Nehme ich andere Pfeile, dann muss ich den Vorgang wiederholen, weil es unterschiedliche Schäfte gibt, die weicher oder härter sein können. Der Pfeil reagiert anders und trifft auch anders.

Eins muss aber gesagt werden, die Einstellungen funktionieren nur, wenn man die Techniken beherrscht, also Grundstellung, Ankerpunkt, Auszug. Wenn nicht, dann bitte daran arbeiten. Weiterhin sollte das Trefferbild dann stimmig sein. Also auch ohne die Mitte zu treffen sollten die Pfeile nah beieinander liegen.