Reiterbogen: Der kleine Bogen mit viel Power

Der Reiterbogen ähnelt vorn der Form her sehr dem Recurvebogen. Einen Unterschied sehe ich dahingehend, dass der Bogen in der Nähe des Griffs einen großen Bogen macht. Somit ist der Wurfarm doppelt geschwungen. Der Name Reiterbogen rührt daher, dass er vornehmlich berittenen Soldaten oder Rittern vorgehalten war. Sie konnten vom Pferd aus damit in jede Richtungen schießen. Er war kürzer und etwas leichter und ideal um aus jeder Position zu schießen. Die alten Reiterbögen waren allesamt aus Holz. Die heutigen Modelle gibt es teilweise auch aus Carbon- oder Glasfaser.

Eine Reihe Reiterbogen, die auf einer Grasfläche ausgelegt wurden.
Eine Reihe Reiterbogen.

Die Geschichte des Reiterbogens

Der Ursprung findet der Reiterbogen bei den Makedoniern vor ca. 500 v. Chr., als die Bogenschützen noch Hilfstruppen waren. Zur römischen Kaiserzeit erschienen berittene römische Bogenschützen. Zu Anfang um Christie Geburt bestanden diese aus fremden Hilfstruppen, später auch aus den eigenen Soldaten. Noch waren Bogenschützen kein fester Bestandteil, sondern dienten zur Unterstützung. Zur Zeit der Völkerwanderung ab ca. 400 n. Chr. drängten die Hunnen von Osten nach Western und der Bogen hatte als Waffe eine höhere Bedeutung als je zuvor. Die Hunnen waren beritten und setzten den Bogen effizient als Waffe ein. Diese Bogenschützen waren die ersten leichten Reiter. Im Mittelalter zu Zeiten der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert kamen Ritter mit Bögen zum Einsatz. Ab dem 13. Jahrhundert kamen berittene französische Bogenschützen zum Einsatz, nachdem sie gemerkt hatten, dass die Engländer im Hundertjährigen Krieg erfolgreich den Langbogen gegen sie einsetzten. Der Bogen war zu der Zeit ein wichtiger Bestandteil jeder Schlacht.

Warum sollte ich mir einen Reiterbogen anschaffen?

Ursprünglich war der Bogen für berittene Krieger gedacht. Sie konnten damit aus jeder Position schießen und als Waffe war dieser Bogen äußert wendig. Ein Weiterer Vorteil ist der geschwungene Wurfarme. dieser wirkt wie eine Feder und verleiht dem Reiterbogen zusätzlich Power trotz der geringen Länge.

Der Bogen ist sehr leicht und kommt auf ein Gewicht von 500 bis 1000 Gramm. Einen Nachteil habe ich gefunden, und zwar beim Zielen mit dem Reiterbogen. Da er sehr kurz ist, fange ich leichter und schneller an zu zittern. Die Gefahr das Ziel zu verfehlen ist sehr groß.

Zur damaligen Zeit gab es nur Reiterbögen aus Holz. Heutzutage wendet man Komposit -Bögen an. sie bestehen weitestgehend aus Holz   und zusätzlich aus neuen Materialien wie Fiberglas oder Carbon. Die Sehnen werden aus Nylon oder Dracon hergestellt.

Welcher Reiterbogen ist für Erwachsene geeignet?

Die Größe spielt bei den Reiterbögen keine große Rolle, da es bei diesem Typ um mehr Flexibilität und weniger Gewicht geht. Einzig die Auszugslänge ist ein Faktor der zu beachten ist. Daher würde ich die „Armspannweite“ als Auszugsmethode auswählen. Dazu breite ich beide Arme mit dem Rücken zu einer Wand aus. Dann messe ich von Mittelfinger zu Mittelfinger und teile den Wert durch 2,5. Anschließend teile ich durch 2,54 um den Wert in Zoll zu erhalten. Bei einer Länge von 178 cm wären das 28,03 Zoll. So kann jeder selber seine  Auszugslänge feststellen.

Gibt es Reiterbögen für Kinder zu kaufen?

Ja, die gibt es. Diese sind sehr leicht und verfügen über ein geringes Zuggewicht. Das Gewicht liegt bei ca. 6000 Gramm und sie haben Zugkräfte ab 4,5 Kg oder 10 lbs. Das macht sie interessant für junge Bogenschützen, die das Bogenschießen erlernen möchten. Allerdings benötigt es etwas Erfahrung um mit diesem Bogen schießen zu können. Die Länge beim Kinderbogen liegt bei 27 Zoll, und sie sind in etwa 94 cm lang.

Was kostet ein Reiterbogen und wo kann ich mir einen kaufen?

Ein guter Reiterbogen ist für ca. 100 Euro erhältlich. Wer noch Köcher für Pfeile, Holzpfeile oder Carbonpfeile , Armschutz und Fingerschutz benötigt, wird auf ca. 250 Euro kommen. Beim Bogen ist die Shen schon im Preis inbegriffen. Somit ist der Bogen relativ günstig, und daher auch für Einsteiger erschwinglich. Zu kaufen gibt es die Bögen bei Amazon, Bogensportwelt oder Arrowforge.

Welche Möglichkeiten habe ich den Reiterbogen für Linkshänder sowie Rechtshänder zu kaufen?

Ein Reiterbogen ist sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder geeignet. Das liegt daran, dass es viele traditionelle Reiterbogen zu kaufen gibt, die über keine Pfeilauflage verfügen. Ich empfehle daher ein solches Modell für Kinder zu kaufen, auch weil dann die dominante Hand über links oder rechts herausgefunden werden kann.

Welches Zuggewicht sollte ich vor dem Kauf eines Reiterbogens berücksichtigen?

Das Zuggewicht ist besonders zu berücksichtigen. Wenn ich ein zu hohes Zuggewicht habe, dann fange ich an zu zittern, und das Ziel wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht getroffen. Daher rate ich zu Zuggewichten bei Frauen ab 15-20 lbs und bei Männern zwischen 25-30 lbs. Das ist für den Anfang genug. Nach mehreren Trainings sind durchaus und Zuggewichte von 40 oder 50 lbs. möglich. Lbs kommt aus dem Englischen und die Bezeichnung heißt britisches Pfund. 1 britisches Pfund sind 453,59 Gramm.

Fazit

Fazit zum Reiterbogen

Der Reiterbogen ist ein traditioneller Bogen der etwas Erfahrung benötigt. Sein Vorteil liegt in seinem geringen Gewicht und seiner kurzen Ausführung, welches für Kinder eine gute Alternative darstellt. Um professionell zu schießen,  dafür ist ein Reiterbogen weniger geeignet. Wer an Wettkämpfen teilnehmen möchte, der sollte das Augenmerk auf den Recurvebogen legen.


FAQ zum Thema Reiterbogen

Hier sind einige Fragen, die ich mir auch selber gestellt habe.

Welcher Reiterbogen ist der beste?

Vor allem beziehe ich mich auf das Zuggewicht und die Auszugslänge. Dazu kommen die Verarbeitung sowie die Sehnen. ein weiterer Punkt könnte der Lieferumfang sein. Nach Möglichkeit sollte zumindest die Sehne im Preis inbegriffen sein. Ein weiterer guter Grund für den Kauf des richtigen Bogens ist die Nutzung als Rechts- oder Linkshänder. Das ist vor allem interessant in der Findungsphase z. B. bei Kindern Sie können eventuell noch austesten, welches die richtige Bogenhand ist.

Was ist ein traditioneller Reiterbogen?

Traditionelle Bögen werden schon seit Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden genutzt. Zu diesen gehören Langbogen, Jagdbögen und auch der Reiterbogen. In den meisten Fällen wird auf Anbauteile wie Pfeilauflagen, Visiere oder Nockpunkt verzichtet. Somit habe ich einen Bogen, mit dem in früheren Zeiten genauso geschossen wurde. Diese Bögen werden so geformt und verziert wie zu damaligen Zeiten. So heißen die Bögen auch z. B. Hunnenbogen, Tartarenbogen, Indianerbogen oder skytischer Reiterbogen. Wer sich so einen Bogen kauft, der kann die damaligen Traditionen nachahmen.

Hier ein Beispiel von SH101RULES wie mit einem tartarischen Reiterbogen geschossen wird:

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Wie kann ich einen Reiterbogen spannen?

Der einfachere Weg ist die des „Durchsteigers“. Dazu steige ich mit einem Bein durch die Mitte, das heißt zwischen Sehne und Bogen. Den unteren Wurfarm platziere ich am Ende an den anderen Fuß, am besten an der Außenseite. Den anderen Wurfarm halte ich schräg und die Bogenmitte liegt seitlich an den Oberschenkel. Durch den Druck auf den Wurfarm, der sich oben befindet kann ich den Bogen spannen.

Welche Pfeile nutze ich für den Reiterbogen?

Der traditionelle Pfeil ist der Holzpfeil, und dieser wäre ideal für solch einen Bogen. Es gibt ihn in verschiedenen Längen und Spinewerten. Die Kosten liegen bei etwa 7-10 Euro pro Stück. Achte darauf sie nicht zu hoher Luftfeuchtigkeit auszusetzen, und wähle sie stark genug. Ansonsten kann es passieren, dass sie brechen oder splittern.